Aktuelle wissenschaftliche Studien des Institutes für Medizinische Psychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Prof. Dr. Renate Deinzer in Zusammenarbeit mit der Zahnklinik Marburg haben das Zahnputzverhalten von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern untersucht.
Dabei wurde festgestellt, dass es in allen Gruppen deutliche Defizite in der Beherrschung einer guten Mundhygiene gibt.
Insbesondere fiel auf, das die Erwachsenen die Technik nicht besser beherrschten als die Kinder. Dies zeigt eine grundlegende Problematik bei der Vermittlung von Fähigkeiten zur Mundhygiene im häuslichen Umfeld.
Zudem überschätzten Erwachsenen den Erfolg ihrer Bemühungen deutlich.
Wurden die Erwachsenen aufgefordert, ihre Bemühungen maximal zu steigen, um das bestmögliche Ergebnis zu ereichen, wendeten sie deutlich mehr Zeit auf und betrieben mehr Pflege im Zahnzwischenraumbereich. Allerdings ereichten sie damit keine besseren Ergebnisse als die Vergleichsgruppe, die ihre Zähne "normal" putzen sollte.
Es konnte also gezeigt werden, dass eine Verlängerung der Putzzeit allein noch nicht zu einer Verbesserung der Mundhygiene führt, weil systematische und technische Fehler weiter bestehen bleiben. Die berühmte Sanduhr im Badezimmer ist also noch nicht die Lösung.
Die kurze Antwort auf die Frage unseres Blogs lautet also: Ja. Wir überschätzen unsere Fähigkeiten. Und diese Fähigkeiten müssen besser werden, damit wir sie erfolgreich an unsere Kinder weitergeben können.